| Booßen im Wandel der Zeiten |
Booßen ist
mit ca. 1550 Einwohnern nicht nur der größte
Ortsteil, er hat auch viel Ansehens- und Wissenswertes zu bieten. Die
historischen Kleinode liegen gut versteckt im üppigen
Grün, welches den ganzen Ort durchzieht. Der Stadt zugewandte
Eingang bildet der sog. Booßener Kreisel; die Hügel
am Rande sind Abraumhalden vom Kohle-Bergbau, welcher in mehreren
Gruben von 1843 bis 1925 betrieben wurde.
Auf der heutigen Bundesstraße überquert man
zunächst die Bahn. Dabei eröffnet sich ein Blick
über die Booßener Teichlandschaft, ein einzigartiges
Landschaftsschutzgebiet. Die heutige Berliner Straße folgt
der 1802 angelegten Chaussee; in der Senke steht etwas verfallen ein
dazu gehöriges Straßenmeistereihaus (Hausnummer 2).
Die Hinweise zum Fischverkauf, die Autowerkstätten beiderseits
der Straße, der Lebensmittelladen mit Küchenstudio
sind erste Zeugen für die reichhaltig vertretenen
Kleinbetriebe und Läden, was in Booßen gute
Tradition hat.
Die Straße öffnet sich zum Anger, welcher an der
Grünen Eiche/Pension am Schloss endet. Hier - Haltestelle
Booßen-Bergstraße - ist die Mitte des Ortes. Hier
liegen u.a. Arztpraxen, Blumenläden,Kosmetik und das Pfarramt.
Nach ein paar Schritten, die Bergstraße hinauf, findet man
hinter einer großen Mauer das sog. Schloss und
gegenüber auf der Anhöhe die Kirche. Das Schloss
wurde nach dem Großfeuer, Juli 1848, das fast
sämtliche Bauernhöfe und Wirtschaftsgebäude
zerstörte, im spätklassizistischen Stil erbaut und
späterhin erweitert.
Vollständig genutzt
wurde es zuletzt als Senioren- und Pflegeheim, das 1993 sein Ende fand,
wie auch die Restaurierungsarbeiten des Treppenhauses; heute beherbergt
es die KiTa und einen Jugendklub.
An der Kirche kann man im Ungefähren die Entwicklung von
Booßen ablesen: Anfang 13. Jhdt. entwickelte sich das
64-Hufe-Dorf mit dem Einfluss der Askanier auf die Stadt Frankfurt(O);
um 1250 wurde der erste Kirchbau errichtet, um 1370 durch ein Langhaus
und um 1480 um den Turm erweitert. Die erste Urkunde, die
Booßen erwähnt, ist aus dem Jahr 1317. Der
3O-jährige Krieg brachte die totale Zerstörung von
Dorf und Kirche mit sich. 1671 konnte die Kirche wieder eingeweiht
werden; 1871 und 1961 sind Jahre ihrer totalen Erneuerung.

Unterhalb der Anhöhe steht die Schule, das
Hauptgebäude von 1912, der Neubau von 1988.
Wer die Anhöhe weiter in Richtung Rosengarten verfolgt, kann
zum Bismarkturm gelangen. Er wurde 1914 gebaut und kennzeichnet heute
die höchste Erhebung der Stadt Frankfurt(O).
Wer Booßen näher kennen lernen will, sollte sich
folgendes ansehen:
* die Kirche, die um 1250 erbaut und häufig zerstört,
aber immer wieder aufgebaut bzw. umgebaut oder angebaut wurde,
Die Kirche gehört zu den offenen Kirchen Brandenburgs.
Sie liegt etwas versteckt hinter hohen Bäumen und etwas
erhöht nahe der B 5. In ihr spiegeln sich viele Bauepochen
wider.
Um 1250 als Wehrkirche gebaut, wurde um 1370 an die Kirche das Langhaus
nach Osten angebaut.
Nach Belagerung und Plünderung durch die Hussiten 1432 wurde
um 1480 ein fester Turm an die Kirche angebaut.
Um 1545 ist die aus Backsteinen hergestellte Sakristei im Nordosten des
Chorraumes entstanden.
Im 30- jährigen Krieg wurde die Kirche bis auf die
Umfassungsmauern zerstört. 1671 wurde sie im Renaissance- Stil
wieder aufgebaut.
1871 wurde ein neuer Altar und eine neue Kanzel gebaut.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert wurde besonders durch den
Zuzug von Bergarbeitern der Einbau einer Empore nötig.
1961 wurde die Kirche innen völlig neu gestaltet und am 11.
November 1962 durch den Generalsuperintendent Jacob aus Cottbus wieder
eingeweiht.
* das Booßner Schloss, das 1848 bei dem großen
Dorfbrand abbrannte und danach wieder aufgebaut wurde und uni 1870 mit
einem aufwendigen Treppenhausanbau mit Turm und geschnitztem
Gelände versehen wurde.
* den Bismarckturm auf der höchsten Erhebung des damaligen
Landkreises Lebus, der am 0 1.April 1914 eingeweiht wurde,
* den Frankurter Stadtwald mit der Mooshütte. dem Pilzstein.
dem Näpfchenstein und dem Denkmal für den
Förster Burmeister.
* wer sich für Alpaka's interessiert. kann sie sich bei Klaus
und Marga Mittag auf Peterhof ansehen.
Booßen verfügt über ein wunderbares Natur-
und Landschaftsschutzgebiet, die Booßner Teiche. Rund um die
Teiche gibt es eine vielfältige Pflanzen – und
Tierwelt.
Man findet dort u.a. Orchideen, das Breitblättrige
Knabenkraut, Familie Biber und eine große
Anzahl verschiedener Vögel usw.